Saisonalität im Affiliate Marketing

Daniel Frerichmann | 21. Januar 2012 - 13:30 | 1 Kommentar

Ein beliebtes Thema für Affiliate Newsletter sind in regelmäßigen Abständen saisonale Feiertage, Ereignisse oder Stichtage, an dem der Affiliate ganz besonders von der Bewerbung der eigenen Produkte oder Dienstleistungen profitiert.

Sei es der Valentinstag, Karneval, Ostern, Weihnachten oder der Wechsel einer Versicherung zum Jahresende – im Laufe des Jahres landen eine Vielzahl an Affiliate Newslettern zu besonderen Anlässen im Postfach eines Affiliates.

Karneval und Saisonalität im Affiliate Marketing

© Alexandra H. / pixelio.de

Der Frage, ob solche saisonalen Ereignisse tatsächlich von jedem Affiliate beworben werden können, wollen wir im Folgenden auf den Grund gehen.

Um es gleich vorweg zu sagen, Saisonalität ist im Affiliate Marketing ein wichtiges Thema und viele Affiliates leben von regelmäßigen Ereignissen und Stichtagen und richten ganze Projekte an diesen aus. So verdient ein guter Reise-Affiliate im Januar und Februar während der Frühbucherphase meist mehr, als im gesamten Rest des Jahres. Auch Versicherungsvergleiche machen den Hauptumsatz am Jahresende und kompensieren damit vergleichsweise schwache Monate.

Saisonale Effekte sind also sehr lukrativ und haben im Laufe der Jahre ganze Nischen hervorgebracht, die ausschließlich von kurzfristigen Impulsen leben und dennoch Jahr für Jahr wieder relevante Umsätze damit realisieren können. Die Frage ist allerdings, ob sich die Bewerbung eben solcher Saisonalität auch für den “Standard” Affiliate Newsletter bewährt.

Was ist Saisonalität?

Im Winter verkaufen sich sicherlich besser Schlitten, als Bademoden – im Sommer vice versa. Neben den Jahreszeiten mit ihren überregionalen Feiertagen wie zum Beispiel Ostern und Weihnachten gibt es noch Großereignisse, die in regelmäßigen Abständen ausgetragen werden: Fußball WM und EM, Olympische Spiele oder Turnfeste. Hinzu kommen eine Vielzahl an kleineren “Events” wie Karneval, Oktoberfest, Halloween, Hochzeiten oder Jahrestage.

Alle diese Ereignisse eignen sich für ein klassisches Affiliate Projekt, da es mittlerweile zu fast jedem Thema auch ein passendes Affiliate Programm gibt. Aber um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen, ob sich die Bewerbung dieser Saisonalitäten auch für den Affiliate Newsletter lohnt, muss die Antwort hier wohl “Nein” sein.

Wenn man ein Reiseportal betreibt, macht es Sinn, seinen Affiliates im Dezember und Januar auf die Frühbucherzeit einzustimmen, indem man beispielsweise die Provisionen zu erhöht, neue Werbemittel anbietet oder eine Verkaufsaktion startet. Als KFZ-Versicherung kann es ebenfalls nicht verkehrt sein, die Affiliates gegen Jahresende noch einmal besonders zu incentivieren und dadurch den Abverkauf der Produkte zu fördern. Als Merchant mit nur einer Zielgruppe (Affiliates und Endkunden) ist die Bewerbung der Saisonalität auf jeden Fall sinnvoll.

Wenn man sich die oben genannten Beispiele für saisonale Ereignisse anschaut, sollte einem aber schnell klar sein, dass ein Merchant (z.B. Retailer) getrost darauf verzichten kann, da kein Affiliate seine Seite in regelmäßigen Abständen an die unterschiedlichsten Saisonen und Ereignisse anpasst. Darum wundert es umso mehr, dass immer wieder Affiliate Newsletter im Postfach landen, die eben dies promoten wollen.

Als Nischen- oder LongTail-Affiliate habe ich meine Seite sowieso auf das Thema ausgerichtet – sie funktioniert also von alleine, man muss mich nicht daran erinnern, dass meine Hauptsaison bevorsteht. Als Portal, Preisvergleich oder Content-Affiliate werde ich mit Sicherheit meine Seite nicht kurzfristig an ein Ereignisse anpassen, um es dann zwei Wochen später wieder korrigieren zu müssen.

Fazit

Saisonalität ist wichtig und belebt auch das Affiliate Marketing. Wer als Merchant diese Saisonalität bewerben möchte, sollte sich vorab überlegen, ob die Zielgruppe (in diesem Fall die Affiliates) tatsächlich bereit ist, ihre Seite kurzfristig einer Saison anzupassen, oder ob diese eher dauerhaft ein Produkt bewerben und so ggf. sogar “aus Versehen” von saisonalen Effekten profitieren.

Auch wenn ich eine spitze Zielgruppe habe, oder meine Branche generell von Saisonalität lebt, macht ein Newsletter Sinn. Im Idealfall clustere ich meine Affiliates und spreche sie so speziell analog ihrer Zielgruppenausrichtung an. Als Retailer oder Universalversender davon auszugehen, dass meine Affiliates ihre Seiten tagesaktuell an mein Sortiment anpassen, halte ich für übertrieben. Wenn ich heute Karnevalskostüme bewerbe, bewerbe ich morgen vermutlich keine Parisreise zum Valentienstag und übermorgen eine KFZ-Versicherung.

Eine gute Analyse von saisonalen Effekten im Affiliate Marketing findet Ihr im Affiliate Blog von Projecter, eine gelungene Analyse der Wechsel-Saison bei KFZ-Versicherungen im Blog von Soeren Eisenschmidt.

Autoreninfo
Ich verfüge über langjährige Erfahrungen im Online Marketing mit Spezialisierung auf das Affiliate Marketing. Als Key Account Manager in einer Hamburger Online Marketing Agentur, als Affiliate Manager innerhalb der OTTO Gruppe, sowie als Spezialist für Affiliate Marketing bei der Deutschen Bahn konnte ich mein Wissen aufbauen und vertiefen, sodass ich heute fast jede Facette des Online Marketings kenne.
Daniel Frerichmann

1 Kommentar zu “Saisonalität im Affiliate Marketing”

  1. [...] in einer für den Merchant stärkeren Phase des Jahres (u. a. Stichwort: Saisonalität – hier übrigens einige Denkanstöße dazu) einzusetzen, um durch generell höhere Transaktionszahlen das Potenzial gezielter Gutschein-Kampa [...]

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