Lösungsansätze für das Mobile Affiliate Marketing

Ingo Kamps | 31. August 2011 - 11:43 | 3 Kommentare

Lösungsansätze für das Mobile Affiliate Marketing

© Gabriele genannt Gabi Schoenemann / pixelio.de

Nachdem sich die letzte Ausgabe mit den Hemmnissen beschäftigt hat, warum das Thema Mobile Affiliate Marketing noch keinen so hohen Stellenwert einnimmt wie es verschiedene Prognosen schon seit längerem voraussagen, wechseln wir in diesem Teil auf die Seite möglicher Lösungsansätze, mit denen Advertiser zur Triebfeder des Themas werden können. Denn erst wenn genügend Advertiser Mobile Affiliate Marketing in ihr Portfolio aufnehmen, können die Publisher daraus tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln.

Dass der mCommerce noch am Anfang steht, wurde im letzten Teil als eine der vorhandenen Bremsen des Mobile Affiliate Marketing identifiziert. Doch es darf als sicher gelten, dass wir uns wirklich am Anfang einer steilen Wachstumskurve befinden. Wie schnell sich das Ganze entwickeln wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehört die Entwicklung von mobilen Geräten, mit denen sich mCommerce-Angebote so komfortabel wie möglich nutzen lassen. Hier sind die Hersteller wie Samsung, HTC oder Apple gefordert. Mit Tablets lassen sich Online-Einkäufe schon mal deutlich bequemer durchführen, als auf einem Smartphone mit 3,5 Zoll Display.

Ebenso gefordert sind die Mobilfunkunternehmen, die eine möglichst unterbrechungsfreie Abdeckung mobiler Datennetze gewährleisten müssen. LTE scheint auch hier für Fortschritt zu sorgen. Und last, but not least ist es an den Advertisern, attraktive und leicht zu nutzende mCommerce-Angebote bereitzustellen, die auch die Darstellungsweisen der verschiedenen Endgeräte berücksichtigen.

Am Ende ist es aber wahrscheinlich, dass sich mCommerce vom konventionellen eCommerce unterscheiden wird; zumindest dahingehend, dass Themen wie der Kauf von physischen Gütern beim mCommerce weniger im Fokus stehen wird als Downloads von Apps und Spielen, Unterhaltungsangebote, Single-Börsen mit Umkreissuche, Gaming etc. Das soll aber natürlich nicht heißen, dass Retail-Advertiser das Feld den Branchengrößen wie Ebay, Amazon und Co. überlassen sollten, die bereits mobile Umsätze generieren.

Doch wie können Mobile Affiliate Marketing Publisher nun an den Transaktionen partizipieren, wenn den alten Tracking-Methoden wie Cookie- oder Pixel-Tracking der Weg zumindest teilweise versperrt wird und das CPO-Modell daher nicht immer umsetzbar ist? Da die Affiliate Netzwerke keine Tracking-Pixel im Android Market, Apple App Store oder anderen App-Verzeichnissen unterbringen können, muss die Vergütung schon auf dem Weg dorthin erfolgen. Dadurch könnte auch gleichzeitig das Problem umgangen werden, dass viele Apps zunächst als Testversion heruntergeladen werden können und erst anschließend durch Freischaltung der Vollversion durch In-App-Payment zu Umsatz beim App-Advertiser.

Mobile Affiliate Marketing für App Downloads

Die Rede ist vom bekannten CPC-Modell, mit dem der Publisher die Provision dann erhält, wenn er einen Besucher zur App des Advertisers führt. Wird die App hingegen nicht über einen zentralen Marktplatz wie den Android Market oder den Apple App Store vertrieben, kann die Vergütung auch für vermittelte Downloads erfolgen (siehe Mobile Web).

Kooperation der Affiliate Netzwerke mit den App Stores

Dies wäre der beste Weg für die bestehenden Affiliate Netzwerke, um Downloads von Apps und gegebenenfalls auch In-App-Verkäufe messen zu können. Hier stellt sich allerdings die Frage, in wieweit Google, Apple & Co. ein Interesse daran haben könnten. Tradedoubler hat an dieser Stelle zumindest einen Vorteil, da das Münchner Netzwerk Apple als Affiliate Marketing-Kunden in seinem Portfolio hat. Beim Android Market von Google ist eher davon auszugehen, dass Google sich das Partnerprogramm für sein eigenes Affiliate Netzwerk vorbehalten möchte. So handhabt man das nämlich auch bei der Vergütung von vermittelten Ebook-Downloads (Google Books). 2012 soll das Google Affiliate Netzwerk auch nach Europa und Deutschland kommen. Es scheinen aber zumindest Gespräche zwischen den Affiliate Netzwerken und den App Store-Anbietern stattzufinden. Von daher muss man die Entwicklung noch abwarten.

Click-to-Call

Dieses Modell – manchmal auch Pay-per-Call genannt – basiert darauf, den mobilen Internetnutzer durch Einblenden einer Anzeige zu einem Telefonanruf zu bewegen und die provisionierte Transaktion im Gespräch auszuführen. Dabei handelt es sich in der Regel um eine telefonische Bestellung eines Produkts (z. B. DSL-Zugang) oder einen Telefonservice (z. B. Horoskop-Beratung). Die Telefonnummer kann dem jeweiligen Publisher genau zugewiesen werden, so dass er eine CPO-Provision erhält. Das Verfahren lässt sich in ähnlicher Form auch für SMS verwenden.

Mobile Websites

Hierher lassen sich die klassischen Vergütungsmodelle noch am ehesten übertragen. Das ist vorteilhaft, da viele Prognosen davon ausgehen, dass das Mobile Web im Vergleich zu Apps wieder an Relevanz gewinnen wird. Das gleiche gilt für Hybrid-Lösungen, die durch Techniken wie HTML5 befördert werden. Eine Einordnung der mCommerce-Potentiale für Apps und Mobile Websites findet im nächsten Teil der Mobile Affiliate Marketing-Serie statt.

Schon heute sind fast alle Affiliate Netzwerke in der Lage, Transaktionen über mobile Websites zu tracken und verfügen über Adserver, die mobile Werbemittel zuverlässig ausliefern und dabei die Unterschiede der Endgeräte berücksichtigen. Belboon scheint auf diesem Gebiet aktuell etwas voraus zu sein, aber auch zanox, affilinet, Tradedoubler & Co., sowie auf das Mobile-Thema spezialisierte Netzwerke wie Sponsormob, sind auf dem Gebiet nicht untätig.

Da die konventionellen Tracking-Methoden wie Cookie- und Pixel-Tracking im Mobile Web nicht die Zuverlässigkeit des stationären eCommerce erreichen können, müssen sie um weitere Instrumente ergänzt werden (u. a. Reverse Proxy-Tracking).

QR-Codes, Location Based Services, Near Field Communication & Augmented Reality

Schwieriger wird die Integration diverser neuer bzw. durch Smartphones zu Popularität gekommener Techniken in das Mobile Affiliate Marketing. Für QR-Codes (Quick Response) sind Möglichkeiten vorhanden, deren Tracking mithilfe spezieller Landing Pages erfolgen könnte. Near Field Communication als Zahlungsmethode befindet sich grundsätzlich noch in der Testphase und für Augmented Reality müssen sich zunächst noch wirklich kommerzielle Angebote entwickeln. Daher sind diese Themen noch Zukunftsmusik. Spannender ist die Frage, wie der Einstieg in die Vergütung von Check-Ins an bestimmten Orten oder Empfehlung stationärer Orte wie Restaurants, Diskos oder Friseure erfolgen könnte – wenn es denn möglich ist.

Autoreninfo
Ingo ist seit 1999 im Online Marketing aktiv und gründete 2002 sein heutiges Unternehmen, die cayada GmbH mit Sitz in Berlin. Seit 2009 ist Ingo Mitglied des exklusiven zanox VIP Clubs, betreibt unter anderem diverse Ecommerce Websites und zählt als Performance Advertising Publisher viele namhafte Unternehmen aus Deutschland und mehreren europäischen Ländern zu seinen Kunden.
Ingo Kamps

3 Kommentare zu “Lösungsansätze für das Mobile Affiliate Marketing”

  1. […] die technischen Hürden sind noch nicht vollständig aus dem Weg geräumt. Wie das Mobile Affiliate Marketing Auftrieb erlangen könnte, zeigt ein Artikel des 24android-Chefredakteurs Ingo Kamps, der auf der Website affiliatepraxis.de erschienen ist. […]

  2. m@ik sagt:

    Wer gerne erste QR Code Tests durchführen mag, der kann sich auf affilinet-inside.de anschauen, wie man aus bestehenden affiliate Links bereits heute relativ einfach QR Codes generieren kann:
    http://www.affilinet-inside.de/2438/qr-codes-fur-affiliate-links-generieren/
    Gibt es jemand, der damit schon praktische Erfahrungen gesammelt hat?

Kommentare und Pings sind nicht gestattet.
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