Affiliate Akquise – Der Tragödie zweiter Teil

Daniel Frerichmann | 20. Mai 2011 - 11:23 | Kommentare deaktiviert für Affiliate Akquise – Der Tragödie zweiter Teil

Wie versprochen, hier nun der zweite Teil der Mini Serie zum Thema Affiliate Akquise, der sich thematisch gut an unsere erste Serie zum Thema Affiliate Newsletter reiht.

Akquise im Affiliate Marketing

Nachdem sowohl Betreff, als auch Anrede den Weg geebnet haben, sollte auch der Inhalt relevant sein und dem potenziellen Affiliate die Vorteile des Partnerprogramms aufzeigen. Wenn der Text schon gelesen wird, sollte es sich für den Affiliate auch lohnen.

Der Affiliate ist kein Endkunde! (Wir erinnern uns…)

Häufigster Fehler bei der Akquise von potenziellen Affiliates ist, dass diese wie Endkunden behandelt und mit unnötigen Fakten bombardiert werden. In der Regel reicht ein einleitender Satz zum Unternehmen und zum Produkt. Sollte der Affiliate interessiert sein, wird er sich eigenständig mit dem Produkt auseinandersetzten, damit er es gewinnbringend auf seiner Seite bewerben kann.

Wenn Ihr auf „Nummer Sicher“ gehen wollt, könnt Ihr einen Link zur Produktbeschreibung oder zur Presseseite beifügen. Im Zweifel wird sich der Affiliate melden, wenn noch Fragen unbeantwortet sind.

Neben einer inhaltlichen Relevanz und einer kurzen Einleitung sollten unbedingt die Vorteile bei Teilnahme am Programm herausgestellt werden. Nehmt dabei Bezug auf die Internetseite des Affiliates und gebt konkrete Vorschläge wo und in welchem Umfeld das eigene Produkt beworben werden könnte. Je konkreter die Vorschläge, desto besser. Auch wenn Akquise Mails an mehrere Affiliates verschickt werden, sollten diese so individuell wie möglich sein. Schließlich akquiriert man keine Long Tail Affiliates, sondern versucht neue Top-Partner zu gewinnen.

Um die Erfolgschancen zu erhöhen, kann an dieser Stelle auch ein Willkommensbonus oder eine andere Art der Incentivierung angeboten werden. Mit Standard-Konditionen lockt man heutzutage keinen Affiliate mehr von seiner Südsee-Insel. Hier bedarf es schon etwas mehr Aufwand, der sich bei erfolgreicher Akquise schnell auszahlen wird.

Abschließen sollte die Akquise Mail mit der Nennung eines konkreten Ansprechpartners und mindestens zwei Möglichkeiten der Kontaktaufnahme.

Die Mail ist raus – Feierabend!

Wenn die Mail verschickt ist, ist die Arbeit aber noch lange nicht getan und der Affiliate Manager kann sich noch nicht auf seiner Beute ausruhen. Zwar ist der Fisch vom Haken, aber immer noch nicht sicher nach Hause gebracht.

Lange Rede, kurzer Sinn, nachgelagert sollte auf jeden Fall eine Erfolgskontrolle stattfinden. Hierbei können drei Gruppen unterschieden werden:

  1. Gruppe 1 hat überhaupt nicht auf das Mailing reagiert.
  2. Gruppe 2 hat sich angemeldet, ist aber noch nicht aktiv geworden.
  3. Gruppe 3 hat sich angemeldet, ist bereits aktiv geworden und bewirbt das Programm.

Bei der ersten Gruppe empfiehlt sich das telefonische Nachfassen. War das Angebot nicht interessant genug? Ist es generell uninteressant? Bieten Wettbewerber hier das deutlich bessere Programm? Ist eine Zusammenarbeit auf Affiliate Basis grundsätzlich nicht gewünscht? Oder hatte der Affiliate einfach nur noch keine Zeit bzw. hat das Mailing übersehen? In einem Telefonat lassen sich all diese Fragen klären und idealerweise erhält man eine Vielzahl an Verbesserungsvorschlägen.

Die zweite Gruppe sollte erneut per E-Mail oder eben auch telefonisch angesprochen werden. Das Interesse war da, aber die aktive Bewerbung des Programms blieb noch aus. Hier sollte doch recht schnell eine Lösung gefunden werden, sodass einer zukünftigen Bewerbung nichts im Wege steht.

Die dritte Gruppe sollte aber auch nicht außer Acht gelassen werden, da ein aktiver Affiliate ganz schnell zu einem innaktiven Affiliate werden kann und dann wären wir wieder am Anfang dieses kleinen Zweiteilers. Und wer will sich schon gerne im Kreis drehen?

Und was habe ich daraus jetzt gelernt?

Zusammengefasst hier noch einmal die Quick Wins. Bitte bis zur nächsten Affiliate-Akquise auswendig lernen:

  • Relevanz
    Schuh-Affiliates haben nur selten Interesse an der Bewerbung von Autoreifen!
  • Anderssein
    Affiliates bekommen drölftausend Mails am Tag. Eine Akquise-Mail sollte sich deutlich von den anderen abheben. Zum Beispiel durch direkte, namentliche Ansprache, Bezugnahme auf die Seite (unbestätigten Gerüchten zufolge, soll es tatsächlich vorkommen, dass ein Affiliate mehr als eine Internetseite hat), durch Herausstellen der Vorteile bei Teilnahme am Programm oder durch das Anbieten einer besonderen Incentivierung.
  • Partnerschaft
    Der Affiliate ist kein Endkunde! (Jetzt sollte es jeder wissen.) Ein Satz zum Produkt reicht, besser das Partnerprogramm in den Mittelpunkt des Anschreibens stellen und die Vorteile aufzeigen. Bei erklärungsbedürftigen Produkten ist ein Link zur Produktbeschreibung auf der Homepage ausreichend.
  • Kontaktmöglichkeit
    Wer schreibt die Mail? Wer ist der Ansprechpartner? Wie ist dieser erreichbar? Wo kann der Affiliate sich zum Programm anmelden?
  • Erfolgskontrolle
    Jede Maßnahme ist sinnlos, wenn ihr Erfolg nicht im Nachgang überprüft wird. Der Affiliate Manager sollte nachfassen, wenn der Affiliate noch keine Reaktion gezeigt hat, sich aber ebenso melden, wenn der Affiliate aktiv geworden ist.

Offline Affiliate Akquise

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass man potenzielle Affiliates nicht nur in den Suchergebnissen bei Google findet, sondern genauso gut auf Messen, Branchen-Events und Stammtischen.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Vielleicht schaltet man mal eine Anzeige in einer Zeitung, schreibt eine Notiz in seinen Quelltext oder bucht einen Himmelschreiber…

Autoreninfo
Ich verfüge über langjährige Erfahrungen im Online Marketing mit Spezialisierung auf das Affiliate Marketing. Als Key Account Manager in einer Hamburger Online Marketing Agentur, als Affiliate Manager innerhalb der OTTO Gruppe, sowie als Spezialist für Affiliate Marketing bei der Deutschen Bahn konnte ich mein Wissen aufbauen und vertiefen, sodass ich heute fast jede Facette des Online Marketings kenne.
Daniel Frerichmann
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